Die Linke.SDS Köln

Über uns

Montag 5. Dezember 2011 von Ш.Ю. Голц

Unsere Emailadresse lautet:

kontakt.sds.koeln@gmail.com

Wer wir sind

Der SDS Kölle ist eine antikapitalistische und demokratische Hochschulgruppe, welche der Linkspartei nahe steht. Wir engagieren uns gleichermaßen auf dem Campus, sowie in der Politik im Allgemeinen.

Bildung & Kapital

Uns eint die Auffassung, das sich Bildung nicht auf Arbeitsbefähigung reduzieren lässt. Bildung in diesem Sinne muss immer sowohl dem Gemeinwohl, als auch der Mündigkeit und Freiheit des Einzelnen dienen. Sie muss eine Lebenspraxis ermöglichen, die unverrückbar kritische Reflexion und demokratische Teilhabe in sich vereint.

Die sog. „Bildungsreformen“ des letzten Jahrzehnts hingegen wirken sich exakt gegenteilig aus. Durch das Prinzip der unternehmerischen Hochschule wird das marktradikale Denken in Forschung und Lehre hineingetragen. Der kapitalistische Konkurrenzkampf wird als Wundermittel betrachtet, das gleichsam wie eine „unsichtbare Hand“ den Universitäten und ihren Angehörigen den rechten Weg weist. Folgerichtig wurden die Hochschulräte eingerichtet, und so ein Großteil der Entscheidungskompetenz direkt an privatwirtschaftliche Kräfte übertragen.

Indes, diese „unsichtbare Hand“ ist nichts als ein Märchen.

Ihre tatsächlichen Auswirkungen bestehen darin, dass die Grundlagenforschung zersetzt wird. An deren Stelle tritt das Drittmittelprojekt, das auf die Entwicklung von verkäuflichen Produkten abzielt.

Die Lehre ist demgegenüber ein lästiges Anhängsel, da sie keinen Gewinn abwirft. Die Einheit von Forschung und Lehre schwindet. Sie weicht der Aufteilung der Hochschulen in Eliteuniversitäten und Massenunis, d.h. solchen Universitäten, die gewinnbringende Forschung betreiben, und solchen, die sich durch die massenhafte Ausbildung von Studierenden über Wasser halten.

Was tun?

Politik folgt dem Gesetz der Stärke. Veränderungen werden nicht allein durch Worte bewirkt, sondern durch die hinter ihnen stehende Kraft. Wir Studierenden müssen uns bewusst sein, dass Kräfte gegen uns stehen, deren Interessen den unsrigen direkt widersprechen. Und sie zögern nicht, von ihren Machtmitteln Gebrauch zu machen. Die rot-grüne Minderheitsregierung steht unter enormen Druck; nicht nur von Seiten des Kapitals und der CDU, sondern auch von Konservativen in den eigenen Reihen. Um dem etwas entgegenzusetzen, müssen wir selbst aktiv werden. Allein und vereinzelt können wir nichts erreichen – unsere Stärke kann nur kollektiv und organisiert zum Ausdruck kommen. Wir müssen durch gemeinsame Aktion unsere Rechte verteidigen, in die Offensive gehen und neue Fortschritte erkämpfen!

Nur Hochschulpolitik?

Wir lehnen die Trennung von Hochschul- und Allgemeinpolitik entschieden ab.

Erstens, erweist sich diese Trennung im Hinblick auf die Gesetzgebung, der die Universitäten unterliegen als irrig. Die „allgemeine“ Politik, verkörpert im Bundesland NRW, ist die rechtliche Grundlage der Hochschulpolitik.

Zweitens, – und hier liegt der Hund begraben – verfehlt diese Trennung vollkommen den Sinn echter Bildung. Sie bejaht das Modell des Studiums als reine Berufsausbildung, betrachtet Emanzipation als Störung des Lehrbetriebs. Mehr noch. Sie ist eine Fessel, da das Denken an Fragen des Komforts gebunden wird, die über den Gedankenkreis von Tutorien, PC-Pools und Kaffeeautomaten nicht hinaus reichen.

Wir stellen dem die Einheit von Allgemein- und Hochschulpolitik entgegen. Indem die Studierenden sich in den allgemeinen Kampf für Freiheit, Würde und Solidarität einbringen, wachsen sie, erweitern ihren Horizont und gewinnen Verbündete. Der SDS Kölle sieht sich in diesem Sinne als Teil einer Bewegung und nicht als „Schülervertretung“ für Erwachsene.

Unsere Forderungen

Hochschulrat abschaffen
- Der von der gewesenen Regierung Rüttgers eingeführte „Hochschulrat“ ist eine offen antidemokratische Institution. Seine Mitglieder werden weder von Angehörigen der Universität, noch vom Volk gewählt. Korrekt klassifiziert müsste man ihn als Oligarchie bzw. als akademische Lobby der Wirtschaft bezeichnen – nur mit dem feinen unterschied, dass der Hochschulrat als höchstes Gremium der Universität alle Macht in Händen hält, sogar den Rektor in sein Amt einsetzt. Eine derartige Vergewaltigung des Rechts ist nicht länger hinnehmbar!

Für eine Zivilklausel in Köln
- Die Universität darf kein Ort der Kriegsforschung sein. Bildung und Forschung sollen allein friedlichen Zwecken dienen. Wir setzen uns zusammen mit anderen Gruppen für die Verankerung einer Zivilklausel in der Grundordnung der Universität zu Köln ein, welche die Kooperation mit dem Militär und Rüstungsbetrieben ausdrücklich verbietet.

Schluss mit der Bologna-Utopie
- Mit der Einführung der BA- und MA-Studiengänge wurde ein rein quantitativ denkendes System etabliert. Kern der Sache ist nicht Inhalt, das Was, sondern Masse und Schnelligkeit. Innerhalb der kürzesten Zeit sollen die geplanten Creditpoints „erworben“, d.h. die Pflichtkurse durchgepaukt werden. Das Resultat sind Stress, Prüfungs- und Leistungsdruck, bei gleichzeitigem Niedergang der Fachschaften und offenen Lehrveranstaltungen. Und der Masterplatz ist für viele unsicher. Wir setzen uns für jede Verbesserung der Studienbedingungen ein. Langfristig aber streben wir eine grundlegende Reform des gesamten Studiensystems an.

Kritische Wissenschaft
- Wissenschaft muss selbstkritisch sein, die gesellschaftlichen Zustände und ihre Rolle darin in Frage stellen. Wir fordern deshalb mehr alternative Ansätze in den Lehrplänen der Universität. Hinterfragen, nachdenken und diskutieren machen das Wesen der Universität aus, sie müssen daher ihren Platz haben.

Eine Schule für alle
- Deutschland ist der einzige G8-Staat mit einem mehrgliedrigen Schulsystem. In Britannien, Japan und Russland wurde die Selektion nach der Grundschule schon vor Jahrzehnten abgeschafft. Es ist allgemein bekannt, dass sie den Zugang zum Studium erschwert und diskriminierend wirkt. Ebenso, dass das Gymnasium zum Elitedenken erzieht. Gleichzeitig belegt selbst PISA, dass dem auf der anderen Seite kein nutzen entspricht und das System auf pseudo-wissenschaftlichen Grundlagen fußt. Daher fordert der SDS die Umsetzung der längst überfälligen Reform hin zu einer einheitlichen Schule für alle.

Toleranz
- Spätestens seit der sog. Sarrazindebatte ist offenbar geworden, wie salonfähig chauvinistische Hetze in der deutschen Gesellschaft ist. Die beliebteste Zielscheibe sind hierbei zweifellos die Muslime. Von Seiten der Burschenschaftler dürfen wir uns mitunter belehren lassen, dass Deutschland „kein Ausländerproblem, sondern ein Türkenproblem“ habe. Uns Studierenden muss klar sein, welche Funktion dies hat: Die Leute sollen gespalten werden und sinnlose Scheingefechte die echten Fragen des Tages überdecken, so dass in ihrem Schatten pragmatische Politik gemacht werden kann. Der SDS kämpft daher gegen jede Form der Hetze, richte sie sich gegen eine Rasse, eine Religion oder ein Geschlecht.

Für einen konsequenten und kämpferischen AStA
- Eine Studierendenschaft braucht eine Vertretung, die ihre Interessen konsequent vertritt. Der SDS setzt sich für die Weiterführung des linken AStA ein, der Anfang des Jahres gebildet wurde. Es darf kein zurück in die Zeiten der Unmündigkeit geben, in denen der AStA nicht besseres zu tun hat, als Partys zu feiern und darüber alle wichtigen Aufgaben verschläft. Die politischen Kämpfe des AStA sollen nicht zurückgefahren, sondern verschärft werden.


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