Die Linke.SDS Köln

Der SDS Köln im AStA - die ersten fünf Monate

Mittwoch 14. Dezember 2011 von Kathi Sass

Ein nicht mehr ganz aktueller, aber dennoch informativer Text.

Seit Anfang Februar 2011 ist der Kölner SDS nun im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität zu Köln vertreten. Gemeinsam mit campus:grün und Jusos stellen wir seit 11 Jahren zum ersten Mal einen AStA, der sich auch nach außen hin als „links“ präsentiert und der den Anspruch hat, entsprechend politisch einzugreifen. Von unseren ca. 20-25 festen Mitgliedern arbeiten 6 im AStA mit. So stellen wir die 2. Vorsitzende und arbeiten im Referat für Kritische Wissenschaften und Antidiskriminierung (KriWi) sowie im Politikreferat mit. Als erste Bilanz lässt sich festhalten: AStA-Arbeit ist anstrengend, natürlich nicht immer konfliktfrei, aber insgesamt erfreulich!

Unsere Herzensangelegenheiten im AStA

Als inhaltliche Schwerpunkte der SDS-Projektleiter lassen sich für die letzten fünf Monate vor allem nennen: Der Kampf gegen Zwangsexmatrikulationen auf Grund der Umstellung auf Bachelor-Master; der Einsatz für eine Zivilklausel an der Uni Köln; die Organisation einer kritischen Ringvorlesung mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, die Auseinandersetzung mit der Umstellung des Lehramts auf Bachelor-Master, die Beteiligung an den Versuchen, wieder eine Bildungs- und auch Friedensbewegung im Herbst zu organisieren und der Einsatz gegen Burschenschaften an der Uni Köln. Darüber hinaus haben SDS-Mitglieder Artikel für die neue, qualitativ hochwertige AStA-Zeitung geschrieben und sich natürlich an zahlreichen AStA-Aktivitäten beteiligt, ob nun Flyer-Verteilen in der Mensa, Infostände auf dem Uni-Vorplatz oder Sprechstunden in unseren AStA-Räumlichkeiten. Auch die wöchentliche AStA-Versammlung besuchen unsere Projektleiter allesamt regelmäßig. Dabei führen wir nicht zuletzt auch spannende Diskussionen mit unseren KoalitionspartnerInnen, deren Perspektiven zwar bisweilen nicht die unseren sind, mit denen es sich aber lohnt, sich auseinander zu setzen. Denn wenn man sich weiter entwickeln und etwas bewegen will, darf man eben nicht nur im eigenen Saft schmoren, sondern muss auch Konflikte und Debatten mit Andersdenkenden führen. All dies erfordert natürlich einiges an Einsatz seitens unserer AktivistInnen, nicht zuletzt auch derjenigen, die nicht selbst im AStA vertreten sind, sondern die vor allem die SDS-internen Gruppenaktivitäten organisieren.

Herausforderungen für die Zukunft

Haben wir mit unserem Engagement dieses Semester etwas bewegt? Ich denke schon. So ist es zum Beispiel gelungen, das Thema Zwangsexmatrikulationen recht gut in den Medien zu verankern und die Betroffenen bei ihren Aktivitäten solidarisch zu unterstützen. Auch war der AStA dieses Semester insgesamt deutlich präsenter an der Uni als in der Vergangenheit: Zahlreiche Veranstaltungen, ein tolles „festival contre le racisme“ und die gute, neue Zeitung sprechen da für sich und haben es auch dem Kölner Rektorat bisweilen nicht leicht gemacht. Insofern ist es sicherlich sinnvoll, auch in Zukunft Energie in die Arbeit der Studierendenvertretung zu stecken. Nicht zuletzt hat man aus dem AStA heraus auch ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten als wenn man immer nur Opposition ist: Man hat Einfluss auf den Haushalt und auf Finanzentscheidungen und kann somit dazu beitragen, dass sinnvolle Aktivitäten finanziert werden (wie wir es im Hinblick auf vieles getan haben, sei es Dresden, sei es antifaschistische Arbeit in Köln oder auch sinnvolle inhaltliche Veranstaltungen diverser Hochschulgruppen). Man ist im Senat vertreten und kann sich dort einbringen und für eine emanzipatorische, linke Entwicklung der Uni streiten. Natürlich muss man sich auch an den weniger spannenden organisatorischen Aufgaben beteiligen, aber auch da gibt es Gestaltungspotentiale und nicht zuletzt lernt man einiges. So zum Beispiel in der Arbeit mit den Angestellten des AStAs, die hier in Köln größtenteils recht froh sind, wieder linke „Arbeitgeber“ zu haben. Für die Gruppe besteht die Herausforderung vor allem darin, Gruppenaktivitäten nicht zu vernachlässigen und sich auch nicht zu überlasten. Nötig ist ein solidarisches Arbeitsklima, wo alle sich aufeinander verlassen können, wo Aufgaben geteilt werden und wo man sich unterstützt, wenn es mal nicht so gut läuft. Nötig ist auch, dass wir als Gruppe darüber diskutieren, welche inhaltlichen Schwerpunkte wir setzen wollen, an welchen Bewegungen wir uns beteiligen wollen und vor allem: warum? Sonst besteht die Gefahr, in einen aufreibenden Aktionismus zu verfallen, bei dem einem nach gewisser Zeit nicht mehr klar ist, wieso man eigentlich die ganze Energie investiert und ob sie nicht eigentlich nur sinnlos verpufft. Letzteres ist meistens sicher nicht der Fall, aber wenn man sich zu wenig mit den Zusammenhängen beschäftigt, in denen man arbeitet, kann es einem wohl bisweilen so vorkommen. Daher: Tauschen wir uns aus, sprechen wir über die gemeinsamen Ziele und darüber, wie wir sie gemeinsam erreichen wollen! Nehmen wir uns Zeit für inhaltliche Diskussionen! Und: Wertschätzen wir gegenseitig unsere Arbeit, feiern wir kleine Erfolge und seien wir nicht zu perfektionistisch!

Fazit: Die Arbeit in der Studierendenvertretung ist eine gute Möglichkeit, an der Uni etwas zu bewegen. Voraussetzung für die Arbeit im AStA ist, dass die Gruppe gut und solidarisch funktioniert, damit man darüber hinaus SDS-interne Aktivitäten verfolgen kann, wie wir es auch dieses Semester getan haben. Aber: alles geht nicht und alles muss auch nicht. Wichtig ist, dass die Mitglieder insgesamt Spaß an der Arbeit haben und dass Sinnvolles dabei heraus kommt!


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