Die Linke.SDS Köln

Bachelor Sozialwissenschaft muss bleiben!

Sonnabend 29. Juni 2013 von т. кизеветр

Mit Bestürzung hat der SDS Kölle die Entwicklungen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität zu Köln zur Kenntnis genommen.

Zum Wintersemester 2014/2015 soll der Bachelor-Studiengang „Sozialwissenschaften“ an der Universität zu Köln nicht mehr angeboten werden. Stattdessen soll nur noch ein Bachelor Volkswirtschaftslehre „sozialwissenschaftlicher Ausrichtung“ angeboten werden. Die Sozialwissenschaften, die an der Kölner Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät ohnehin schon lange ein Schattendasein fristen, sollen nun ein weiteres Mal zurückgeschnitten werden - zugunsten der Studiengänge wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung. Die WISO-Fakultät wünscht sich, eine Art BWL-Eliteakademie zu sein. Bis jetzt ist der BWL-Studiengang „nur“ auf Platz 2 deutschlandweit. Die Fakultät orierentiert sich laut Protokoll an anderen „Business Schools“. Die Universität ist aber keine Business School und nicht alle Studierende wollen in der Wirstschaft arbeiten. Sozialwissenschaften scheinen da nicht in das Konzept passen.

Konkret ist vorgesehen, Sozialwissenschaften als eigenständigen Studiengang zu schließen und stattdessen einen Bachelor anzubieten, der sich zur Hälfte aus VWL und zur Hälfte aus Soziologie und Politologie zusammensetzt. De facto bedeutet das eine totale Marginalisierung der Sozialwissenschaft als Ergänzung zur VWL. Ob die SOWI-Module in diesem Studiengang noch eine gute Lehre versprechen können ist fraglich. Masterstudiengänge oder Sozialwissenschaftliche Forschung werden so keine Zukunft an der Uni Köln haben. Auch wurde nicht ausgeschlossen, dass politikwissenschaftliche Lehrstühle bei Emeritierung eines Professors nicht mehr neu besetzt werden. Somit würde die Politikwissenschaft an der Universiät zu Köln aussterben

Probleme werden potentielle Studierende des neuen Bachelors auch nach ihrem Abschluss bekommen. Bringt, wer VWL, Politologie und Soziologie in sechs Semestern zu erlernen versucht, die nötigen Voraussetzungen für ein Masterstudium an einer anderen Uni mit? Der SOWI-Bachelor wird auch mit der Begründung abgeschafft, nicht berufsorientiert genug zu sein. Würde aber der neue Bachelorstudiengang den Absolvent*innen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bieten? Wohl kaum.

Was bleibt ist ein fader Beigeschmack. Die Sozialwissenschaften scheinen an der WISO-Fakultät der Uni Köln nicht länger gewünscht zu sein. Ihre Abschaffung wurde ohne Kenntnis der Öffentlichkeit in der Fakultät beschlossen und auch von den Studentischen Vertreter*innen (ausschließlich Mitgliedern der Hochschulgruppe der sog. „Unabhängigen“) abgenickt. Die Studierenden selbst wurden hierzu nicht gefrag und nur durch einen Zufall haben sie davon erfahren.

Für unsere Gesellschaft ist dies ein negatives Signal. Sollte die Lehre aus der Finanzkrise eigentlich sein, den Ökonom*innen, die reihenweise in der Krise danebenlagen, auch eine sozialwissenschaftliche Ausbildung zuteil werden zu lassen - auf dass sie die Konsequenzen ihres Handelns verstünden, so zeugt die Entscheidung der WISO-Fakultät von totaler Ignoranz der Bedeutung gesellschaftspolitischer Bildung.

Fakt ist, die derzeitige Planung der neuen Bachelorstudiengänge mit einer quasi Abschaffung der Sozialwissenschaft an der Uni Köln können und wollen wir so nicht hinnehmen. Deswegen engagiert sich der SDS in einem breiten, spektrenübergreifenden Bündnis und ruft alle Fachschaften und Studierenden auf, sich dagegen gemeinsam zur Wehr zu setzen! Einen zukunftsweisenden Bachelorstudiengang Sozialwissenschaft, mit einem gesunden Mix aus VWL und SOWI zu schaffen, dabei wollen wir als SDS konstruktiv mitarbeiten.

Was könnt ihr machen? Unterstützt die Online-Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/sozialwissenschaften-an-der-uni-koeln-erhalten und informiert euch im Facebook!


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