Die Linke.SDS Köln

Zitat der Woche, 08.07.2013: Tod den Tyrannen!

Montag 8. Juli 2013 von Ш.Ю. Голц

„Als das Abbild des Herrn soll der Fürst geliebt, geehrt und geachtet werden; der Tyrann [hingegen], als Abbild der Verderbtheit, ist der größten Zahl nach sogar zu töten. Die Quell’ der Tyrannei ist die Missetat und sie entspringt der giftigen, verderbten Wurzel des Bösen und ihr Baum ist mit der Axt zu fällen, allerorten, wo er emporwächst. Wenn nicht Missetat und Unrecht durch die Abtötung der Barmherzigkeit die Tyrannei vorangebracht hätten, so hätten fester Friede und Ruhe unter den Völkern verweilet, und niemand dächte an die Erweiterung seiner Grenzen. Wie der große Kirchenvater Augustinus bewies, würden die Lande so ruhig und freundlich in ihrem Genusse des Friedens sein, wie es verschiedene Familien in geordneten Städten oder verschiedene Personen innerhalb derselben Familie sind. Oder vielleicht ist sogar eher glaubwürdig, dass es gar keine Lande gäbe, da durch die alten Geschichtsschreiber ersichtlich wird, dass diese an sich verderbt sind; sie wurden vom Herrn gebessert oder gezwungen. Und fürwahr üben nicht nur die Könige Tyrannei; auch manch ein Hausmann ist Tyrann, insofern die von ihm besessenen Kräfte gemeinen Zwecken dienlich sind.“ [1]

[1] Übersetzung aus dem Englischen nach Johannes von Salibury Policraticus VIII 17, in: Cary J. Nederman (Hrsg.) „John of Salisbury. Policraticus“, Camebridge 2007, S. 191.


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