Die Linke.SDS Köln

Zitat der Woche, 30.01.2012: Das Ende der Welt?

Sonntag 29. Januar 2012 von Genosse Volja

„Wir wissen, dass hinter der undurchdringlichen Wolke unserer Ignoranz und den Ungewissheiten im einzelnen die historischen Kräfte weiterwirken, die [das 20.] Jahrhundert geformt haben. Wir leben in einer Welt, die gekapert, umgewälzt und entwurzelt wurde vom gigantischen ökonomischen und technisch-wissenschaftlichen Prozess der Kapitalismusentwicklung, der die vergangenen zwei oder drei Jahrhunderte beherrscht hat.

Wir wissen oder nehmen vernünftigerweise an, dass dies nicht ad infinitum so weitergehen kann. Die Zukunft kann keine Fortsetzung der Vergangenheit sein. Es gibt nicht nur äußere, sondern gleichsam innere Anzeichen dafür, dass wir am Punkt einer historischen Krise angelangt sind. Die Kräfte, die die technisch-wissenschaftliche Wirtschaft freigesetzt hat, sind inzwischen stark genug, um die Umwelt, also die materielle Grundlage allen menschlichen Lebens, zerstören zu können.

Und die Strukturen der menschlichen Gesellschaft selbst, eingeschlossen sogar einige soziale Grundlagen der kapitalistischen Wirtschaft, sind im Begriff, durch die Erosion dessen, was wir von der menschlichen Vergangenheit geerbt haben, zerstört zu werden. Unsere Welt riskiert sowohl eine Explosion als auch eine Implosion. Sie muss sich ändern.“

- Eric Hobsbawm, in: Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts.


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